Morning Brief
Exporte

Lage besser als die Stimmung

Exporte legen kräftig zu · BIP wächst zweites Quartal in Folge · Lkw-Index zeigt Belebung

Erschienen am 4:47 Min.Folge 30

Donnerstag, 13. August 2026
Lage besser als die Stimmung
0:004:47
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Exporte Juni 2026

Die deutschen Exporte sind im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Ausfuhren um 6,6 Prozent zu, die Importe sogar um 8,4 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden 3,7 Prozent mehr Waren exportiert als im Vorjahreszeitraum. Laut Destatis wurden im Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro ausgeführt, ein neuer Monatshöchstwert.

BIP zweites Quartal 2026

Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gewachsen. Der Jahresauftakt wurde von Destatis auf plus 0,4 Prozent nach oben revidiert (zuvor: plus 0,3 Prozent). Im Vorjahresvergleich liegt das BIP um 0,9 Prozent höher. Die Exporte trugen zum Wachstum bei; Konsumausgaben blieben verhalten, die Investitionen gingen zurück.

Lkw-Maut-Fahrleistungsindex Juli 2026

Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich liegt der Index 0,5 Prozent im Minus. Der Index gilt als Frühindikator für die Industrieproduktion und ist etwa einen Monat früher verfügbar als der offizielle Produktionsindex. Herausgeber: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und Statistisches Bundesamt (Destatis).

Kurz notiert: Hintergrundzahlen

Betriebsgründungen Q1 2026: rund 37.500 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gegründet, plus 2,8 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum. Gesamtzahl Gewerbeneugründungen: rund 188.900, plus 10,1 Prozent. Vollständige Gewerbeaufgaben: rund 139.400, minus 2,0 Prozent. (Quelle: Destatis, 13. Mai 2026)

Inflation Juli 2026: Gesamtrate 2,8 Prozent, amtlich bestätigt am 12. August 2026. Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie): 2,4 Prozent. Energiepreise plus 8,3 Prozent zum Vorjahr; Kraftstoffe plus 23 Prozent. (Quelle: Destatis)

Ausbildungsalter-Anteil an der Bevölkerung: Details und Quellenangaben in den Shownotes-Links unten.

Die Zahl des Tages

6,6 Prozent: Vorjahresplus der deutschen Exporte im Juni 2026 laut Destatis (vorläufige Ergebnisse). Exportwert kalender- und saisonbereinigt: 139,3 Milliarden Euro, neuer Monatshöchstwert.

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Der gesprochene Text der Folge im Wortlaut. Die Sprecherstimme ist synthetisch, Themenauswahl, redaktionelle Kontrolle und inhaltliche Verantwortung liegen bei der Redaktion des Wirtschaftsforum.

Die Ausfuhren wachsen wieder, und zwar kräftig. Die Wirtschaft legt das zweite Quartal in Folge zu. Und auf den Autobahnen rollen wieder mehr Lastwagen. Nur die Stimmung hat von alledem offenbar noch nichts gehört. Das ist Ihr Donnerstag.

Guten Morgen. Heute ist Donnerstag, der 13. August 2026… und das ist der Morning Brief von Wirtschaftsforum. Was der Tag für Ihr Unternehmen bedeutet… in unter sechs Minuten.

Die deutschen Exporteure melden sich zurück. Im Juni sind die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um knapp ein Prozent gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich stärker, meldet das Statistische Bundesamt. Die Importe legten sogar noch kräftiger zu.

Die Erwartungsumfragen zeichnen seit Monaten eine Exportwirtschaft, die nicht in Schwung kommt. Die tatsächlichen Warenströme erzählen eine andere Geschichte. Die Lage ist besser als die Stimmung, und Planung nach Stimmung war schon immer die teuerste Variante.

Die Herbstplanung richtet sich deshalb besser nach Auftragsbüchern und eigenen Kundenzahlen als nach Umfragewerten… und für Zulieferer von Exporteuren lohnt sich jetzt die direkte Frage nach der Auftragslage der Kunden, bevor Kapazitäten anderswo gebucht sind.

Zweite Zahl, gleiches Muster. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um null Komma zwei Prozent gewachsen, und der Jahresauftakt wurde nachträglich auf null Komma vier Prozent nach oben korrigiert. Zwei Wachstumsquartale in Folge, getragen vom Export.

Die Investitionen gingen im selben Zeitraum zurück. Das Wachstum steht damit auf einem Bein, es kommt von draußen und nicht aus den eigenen Werkhallen. Solange das so bleibt, ist die Erholung geliehen.

In die Budgetplanung für das kommende Jahr gehört damit moderates Wachstum als Grundannahme, nicht mehr die Rezession. Die Auslandsnachfrage verdient dabei ein waches Auge. Kein Grund zur Euphorie, aber auch keiner mehr für die Krisenpläne aus dem Vorjahr.

Und dann die frischeste Zahl von allen, sie ist erst wenige Tage alt. Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastwagen auf den Autobahnen ist im Juli um null Komma acht Prozent gestiegen. Der Maut-Index gilt als Frühindikator für die Industrieproduktion, denn was produziert wird, muss gefahren werden, und die Daten kommen fast in Echtzeit.

Ein einzelner Monat ist noch kein Trend. Aber er deutet an, dass die Belebung aus dem Frühjahr in den Sommer hineinreicht, und zwar dort, wo sie sich nicht schönreden lässt: auf der Straße.

Daraus folgt heute kein akuter Handlungsbedarf… außer beim Frachtraum: Wer regelmäßig Transportkapazität bucht, sichert sich seine Konditionen am besten jetzt, bevor die Nachfrage weiter anzieht.

Kurz notiert. Erstens: Im ersten Quartal wurden knapp drei Prozent mehr Betriebe mit wirtschaftlichem Gewicht gegründet als im Vorjahr. Ein Blick auf die Neuen im eigenen Markt lohnt sich. Zweitens: Die Inflationsrate für Juli ist mit zwei Komma acht Prozent amtlich bestätigt. In Preisgesprächen zählt die niedrigere Kernrate als Referenz. Und drittens: Nur noch jeder zehnte Mensch in Deutschland ist im typischen Ausbildungsalter, die Details in den Shownotes, wer ausbildet, ist beim Werben um Nachwuchs am besten früher dran als die Konkurrenz.

Die Zahl des Tages: sechs Komma sechs. Um sechs Komma sechs Prozent lagen die deutschen Exporte im Juni über dem Vorjahreswert. Das kommt nicht aus einer Umfrage, sondern aus den Häfen, und es sieht weniger nach einem Ausrutscher aus als nach einem Trend. Für Auslandsgeschäft und Zulieferketten sind das reale Auftragschancen, nicht nur bessere Laune.

Eine Sache noch. Die Zahlen sind besser als die Schlagzeilen. Deshalb heute: die drei wichtigsten Annahmen der eigenen Herbstplanung herausgreifen und prüfen, ob dahinter eine Zahl steht oder ein Bauchgefühl… Was nur Bauchgefühl ist, bekommt bis Freitag eine Zahl.

Das war der Morning Brief. Alle Quellen und Details in den Shownotes. Morgen früh um sechs sind wir wieder da. Der Morning Brief von Wirtschaftsforum… Unter sechs Minuten. Auf Stand.

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