Das regionale Bild: Lübeck im August 2026
Im Agenturbezirk Lübeck, der die Hansestadt und den Kreis Ostholstein umfasst, waren im August 2026 noch 646 Ausbildungsstellen unbesetzt; 592 junge Menschen suchten noch eine Lehrstelle. Die Gesamtsumme geht rechnerisch fast auf, aber die Verteilung ist sehr ungleich. In der Hansestadt Lübeck suchten 415 Jugendliche, offen waren dort nur 283 Stellen. Im Kreis Ostholstein lagen 363 freie Stellen einem Bedarf von 177 Suchenden gegenüber. Seit Oktober 2025 wurden im Bezirk insgesamt 2.676 Stellen angeboten; 2.223 Bewerberinnen und Bewerber waren gemeldet. Im Vorjahreszeitraum kamen rechnerisch 1,8 offene Stellen auf eine unversorgte Bewerberin oder einen unversorgten Bewerber, im August 2026 waren es noch 1,1.
Das bundesweite Bild: August 2026
Bundesweit waren im August 2026 noch 116.000 betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt (minus 17.000 gegenüber dem Vorjahr). Als unversorgt galten 102.000 Bewerberinnen und Bewerber (plus 4.000). Auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen kamen rechnerisch 97 gemeldete Ausbildungsuchende; im Vorjahreszeitraum waren es 90. Die Bundesagentur beschreibt den Marktausgleich als weiterhin schwierig, weil regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten bestehen bleiben.
Nicht in der Statistik sichtbar sind laut Bundesagentur: das Image von Berufen und Betrieben, Arbeitszeiten, Vergütung und die Erreichbarkeit der Ausbildungsstätte oder der Berufsschule mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Da alle Meldungen freiwillig sind, liegt die geschätzte Meldequote bei rund 61 Prozent der Ausbildungsuchenden und 75 Prozent der Ausbildungsstellen. Im Berichtsjahr 2025/26 kommt hinzu: Die gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen sind um schätzungsweise bis zu 7.500 überzeichnet, weil Angebote eines großen Einzelhändlers fehlerhafte Übermittlungsdaten enthielten.
Räumliche Nähe in der Ausbildung: BIBB-Studie, April 2026
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat Deutschland in 52 räumlich zusammenhängende Ausbildungsmarktregionen gegliedert, gebildet aus den Wohn- und Ausbildungsortangaben dualer Auszubildender. Bei 92,1 Prozent der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegen Wohnort und Ausbildungsstätte in derselben Ausbildungsmarktregion. Die Regionen sind auf hohe Eigenversorgung zugeschnitten; das Muster zeigt dennoch, wie begrenzt der Suchradius in der Praxis ist. Die Studie stammt von Michael Dörsam und Robyn Schmidt (BIBB Report 1/2026).
Einzugsbereich kennen: was Betriebe prüfen können
Woher kamen bisherige Auszubildende, wie lang sind ihre Wege in den Betrieb und zur Berufsschule? In welchen Nachbarorten suchen gerade junge Menschen eine Lehrstelle? Ein anderer Arbeitsbeginn oder eine organisierte Fahrt kann den erreichbaren Bewerberkreis vergrößern, ohne dass sich an Beruf oder Anforderungen etwas ändert. Beruf, Noten und Wünsche müssen trotzdem zusammenpassen.
Was morgen erscheint
Die Jahresbilanz des Berufsberatungsjahres 2025/2026 wird am 30. Oktober 2026 gemeinsam mit den Arbeitsmarktdaten für den Berichtsmonat Oktober veröffentlicht. Die genaue Uhrzeit: vormittags. Die Ergebnisse waren zum Sendedatum noch nicht bekannt; keine Zahlen aus der Bilanz sind in dieser Folge enthalten.