Worum es geht
Die Creditreform Wirtschaftsforschung hat vergangene Woche ihre Herbstumfrage 2026 unter rund 1.200 kleinen und mittleren Unternehmen vorgelegt. Das Ergebnis: Nicht einmal vier von zehn Mittelständlern planen derzeit eine Investition. Der Anteil von 37,3 Prozent ist der niedrigste seit zwanzig Jahren; im Vorjahr waren es noch 43,5 Prozent, im Jahr 2021 mehr als jeder Zweite. Beim Personal sieht es ähnlich aus: Per Saldo wurden seit drei Jahren keine zusätzlichen Stellen geschaffen. Zuletzt meldeten 14,5 Prozent der Unternehmen mehr Beschäftigte, 18,6 Prozent weniger.
Der Mechanismus dahinter
Zurückhaltung in einer schwachen Konjunktur ist keine Fehlentscheidung. Gestiegene Zinsen, anhaltende Unsicherheit und begrenzte Spielräume nach den Krisenjahren machen Abwarten für viele Betriebe rational. Das Problem: Die Investition, die ein Betrieb verschiebt, ist der Auftrag, der einem anderen fehlt. Wenn alle gleichzeitig vernünftig sind, verlängert sich die Flaute, auf deren Ende alle warten.
Besonders früh sichtbar wird das in der Zeitarbeit: ProServ aus Karlsruhe, Personaldienstleister für Produktion und Logistik an 12 Standorten, spürt früher als andere, wann die Nachfrage wegbricht und wann sie zurückkommt. Manuel Fink, einer der beiden Geschäftsführer, beschreibt es im Gespräch mit Wirtschaftsforum so: „Schließlich sind wir die Frühindikatoren im gesamtwirtschaftlichen Auf und Ab.“ Zeitarbeit werde auch die Erste sein, die mit neuen Personalkonzepten unterstützt, sobald die Konjunktur anzieht, denn der Fachkräftemangel bleibe ein Dauerthema.
Was das im Betrieb bedeutet
Der nächste Aufschwung kommt nicht mit freien Fachkräften. Er kommt mit denselben offenen Stellen wie heute, nur dass dann alle Betriebe gleichzeitig suchen. Wer heute eine erfahrene Kraft gehen lässt, sucht sie in zwei Jahren wieder, dann über eine Anzeige, einen Vermittler und gegen die Konkurrenz.
Praktisch lohnt es sich, die Liste aufgeschobener Vorhaben zu sortieren: Was später zum selben Preis erhältlich ist (Maschinen, Ausstattung), kann warten. Was mit jedem Monat verloren geht (Ausbildungsplätze, Kundenpflege, Schlüsselkräfte), sollte auch in einem schwachen Jahr einen festen Platz im Budget haben.
Die Zahl des Tages
37,3 Prozent der Mittelständler planen laut Creditreform-Herbstumfrage 2026 eine Investition. Im Vorjahr waren es 43,5 Prozent, im Jahr 2021 mehr als 50 Prozent. Beim Personal meldeten zuletzt 14,5 Prozent der Unternehmen mehr Beschäftigte und 18,6 Prozent weniger. Jedes dritte Unternehmen (33,0 Prozent) kommt auf eine Eigenkapitalquote unter 10 Prozent.